Friday, May 22, 2009

Rafting

Rafting war super heute… Nach dem ich hier arbeite, konnte ich gratis mitfahren – damit ich dann überzeugender bin beim Erklären der möglichen Freizeitprogramme.. Einfach super..
Ich hatte gestern noch mit dem Gedanken gespielt, da wusste ich noch nichts von meinen Glück, und Shaun – der Hostelbesitzer, ein Australier – fragte, ob und wann ich raften gehen will... Ich sagte, dass ich schon möchte und bevor ich noch weiter spekulieren konnte schrieb er schon meinen Namen in die Liste und meinte: „Du fährst natürlich gratis mit... „
Also gings heute um 10 Uhr mit noch 8 anderen ab zum Fluss...
Der Suarez (Fluss) hat einige Klasse 4 – 5 Stromschnellen (oder wie das auch immer auf Deutsch heißt, habe mich mit Rafting Fachjargon bisher nur auf Englisch und Spanisch beschäftigt) anzubieten und ist bei allen erfahrenen Raftern hoch geschätzt (Klasse 6 geht nur mehr für Kayaks)
Jessy, eine kolumbianische Mitarbeiterin im Hostel fuhr auch mit, sie arbeitet schon lange hier, hat es aber auch noch nie selber gemacht und ich hatte nur wissen wollen ob sie es schon erlebt hätte, schon hat Shaun sie auch auf die Liste gesetzt.
Sie war ziemlich nervös am Anfang, aber das gab sich bald.
Zwei Boote wurden ins Wasser gelassen – 4 in einem, 5 im anderen plus Guide. Ich war im 4er Boot, alles Spanisch sprechend außer mir... Na prima, die Kommandos werden lustig, denn laut Guide ist es sehr wichtig, sie SOFORT zu befolgen, um nicht vielleicht zu kentern...
Das kommt mir Spanisch vor... verstehen und Grundbegriffe kann ich schon, aber blitzschnelles Reagieren... na mal sehen...
Das Grundbriefing für allgemeine Dinge und Verhalten wenn einer über Bord geht wird vom Kayaker erklärt, der als Sicherheit dabei ist, wie sich das bei professionellen Raftern gehört Alle Guides haben das internationale IRF Zertifikat (was hier nicht bei allen Agenturen unbedingt als wichtig angesehen wird).
Helme aufgesetzt, Schwimmwesten festgezurrt, ein paar Trainingsschläge und schon gehts Fluss abwärts..
Ein Riesenspaß.. manchmal bin ich ein bisserl spät dran weil ich erst im Kopf übersetzen muss, aber keiner fällt ins Wasser, die Gischt spritzt uns ins Gesicht, kaum ist eine Stromschnelle (?) gemeistert, kommt auch schon die nächste.. Rein in das Wasserloch und paddeln und hoffen, dass wir auf der anderen Seite heil wieder ausgespuckt werden.
Formatiert Paddeln, rückwärts paddeln, stopp, vorwärts, ins Boot, ducken, vorwärts, stopp .... pausenlose Kommandos… der Guide strahlt dabei eine Ruhe und Souveränität aus, die ich vorher bei den Erklärungen an die Gäste nur nachgeplappert habe, jetzt weiß ich was gemeint war.
Ich hab das Gefühl, dass der Bursche das Boot auch alleine runterbringt und uns nur als Ballast braucht und uns halt ein bisschen spielen lässt
In einer ruhigen Passage lässt er uns alle ins Wasser springen, zieht uns nach der Reihe wieder ins Boot und weiter gehts.
Zur halb Zeit legen wir an einem kleinen Sandstrand an, die Guides packen Chips, Käse, Süssigkeiten, Melonen, Grenadillas und Mangos aus...
Um uns tummeln sich hunderte oder mehr Schmetterlinge, Pappillon-Bay... zumindest haben wir sie so getauft... über all schwirren gelbe und grüne Flattermänner durch die Luft und setzen knapp vor uns am Boden. Eine kleine Idylle.
Alles wird wieder ordentlich in die Wasser dichten Säcke gepackt, kein Müll zurück gelassen. Bin mal wieder baff...
Und schon gehts weiter in die nächsten Fluten...
Nach drei ein halb Stunden sind wir müde aber glücklich am Endpunkt angelangt und packen alles zusammen.
Die Guides lassen uns kaum mithelfen,da sie die Ausrüstung fachgerecht verstaut wissen wollen. Auf die teuren importierten Boote, Westen und Paddel wird ordentlich aufgepasst.

Thursday, May 21, 2009

wieder mal haengen geblieben...

Mai

Ich weiß dass ich weit hinten bin mit schreiben, aber San Gil ist ein toller Ort und ich bin immer noch hier… Ja, schon wieder, hängen geblieben an einem netten Platz, scheint so zur Gewohnheit zu werden.
 
Ich arbeite hier im Hostel (Macondo – www.macondohostel.com falls du mal mehr davon sehen willst) ein paar Stunden für freie Unterkunft, helfe aus den Gästen Dinge in Englisch zu erklären und mache die Datenerfassung der Gäste der (liegen gebliebenen) letzten Monate und übernehme meist die Nachtschicht, da ich sowieso eine Nachteule bin... Dafür darf ich am Morgen lang schlafen, haha...
 
Franz ist wieder zu Freunden nach Uruguay zurück gekehrt um dort auf einer Finka beim Holz schlagen mitzuhelfen und ich habe mich entschlossen, hier zu bleiben...
 
Die Stadt ist echt super, zu dem Wasserfall-Abseilen gibts Rafting – was ich wahrscheinlich morgen machen werde, und auch super Plätze im Ort, wie natürliche Pools am Fluss mit kleinen Wasserfällen – ein echtes Paradies, einen botanischen Garten nach dessen Besuch man nicht mehr in den ‚Dschungel’ fahren muss... ein Wahnsinn, echt...
Pozo Azul – die Pools am Fluss – sind mein Lieblingsort... es tut irrsinnig gut dort unter den Fällen zu sitzen und das Wasser auf die Schultern und den Nacken prasseln zu lassen, eine natürliche Massage. Daneben ist ein Pool im Fluss, in dem man schwimmen kann und das beste ist unter der Woche ist es meist menschenleer... kein Eintritt, einfach wunderschön..
 
Und natürlich noch viel viel mehr.
 
Ich weiß dass ich weit hinten bin mit schreiben, aber San Gil ist ein toller Ort und ich bin immer noch hier… Ja, schon wieder, hängen geblieben an einem netten Platz, scheint so zur Gewohnheit zu werden.
Das Hostelleben ist sehr interessant, ich treffe Leute mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, aus verschiedensten Kulturen und mit variierenden Vorlieben.. echt toll um den Horizont zu erweitern...

Friday, May 1, 2009

Trekking in den Anden um Santander Part 3

Der naechste Tag soll uns nach Jordan fuehren, eines der schoenesten Nester am Weg. Wir erfragen also den Weg raus, ein altes Muetterlein geletiet uns ein Stueck und am Weg treffen wir bald auf einen Kolumbianer, der in die selbe Richtung geht. Er zeigt uns ein paar Abkuerzungen, aber grundsaetzlich gehen wir einige Stunden in praller Hitze auf einer Lehmstrasse. Als er uns dann verlaesst um zu seiner Farm zu gehen, marschieren wir alleine weiter. Ein grosser runder Stein verspricht eingeschlossene Fossilien. Mit aller Kraft schlagen wir ihn gegen andere Felsen und siehe da, wirklich war. Nach einigen gezeilten und auch manchen ungezielten Schlaegen liegt das Teil frei. Mein selbstgefundener und erarbeiteter Fossil – mit Dank an Franz, der die ersten Schlaege mit dem Riesenbrocke erledigte. Ganz so stark sind meine Oberarme dann auch nicht... Wenn ich sie mir so ansehen sehen sie nicht mal aus wie Oberarme.
Mit dem neuen Schatz in der Tasche erreichen wir bald das Ende eines Hochplateaus, von dem ein paar Wege nach unten zu gehen scheinen, aber so klar ist es nicht. Wir sehen ein kleines Dorf unten im Tal neben dem Fluss.. Ob das wohl Jordan ist? Die Karten hier sind eher Zeichnungen mit Bildern, von akkuraten Himmelsrichtungen, vollstaendingen Wegen, topographischen Anhaltspunkten oder sogar Hoehenlinien keine Spur. Jordan, das da irgendwo neben dem Fluss eingezeichnet ist kann genau so gut no oben am Plateau liegen..

Nach einiger Zeit fragen wir bei einer abgelegenen Farm, der Bauer ist beim zweiten Anlauf zuhause und zeigt uns den Weg, der bei ihm hinterm Hof vorbei fuehrt.... den haetten wir wahrscheinlich nicht gefunden... Schon gar nicht waer ich so einfach ueber ein Privatgrundstueck gelaufen. Nun gehts bergab, im wahrsten Sinne des Wortes. Uber enge Serpentinen stuerzt der Weg hinunter ins Tal, die Felsen sind bewachsen mit Kakteen und Agaven, die Sonne brennt unbarmherzig auf uns herab. Da werd ich wohl am Abend ein bisschen rot sein... Als der Weg dann am Ende langsamer und weniger steil ins Tal hineinfuehrt wird es noch ein wenig heisser auf schwarzen Steinen... die Geier kreisen schon wieder...
Nach einer kurzen RAst am Bach mit malerischen BAum, der grade so zum Raufseten einlaedt gehts durch ein kleines Waeldchen gehts dann zum Dorfanfang. Es wird hier Tabak angebaut, das ganze Dorf scheint davon zu leben. Die Pflanzen gibt es in allen Wachstumsstufen. Auf einem Feld wird gesetzt, auf einem die halbhohen gesprizt und in der Scheune heangt der frisch geerntete zum Trocknen. Die Strasse fuehrt wie immer zum Marktplatz und zur Kirche, die hier allerdings ein wenig kleiner ausgefallen sind. Wir fragen nach einen Restaurant, immer hin waren wir nun doch 6 Studen unterwegs.
Restaurant? Nein sowas gibt es hier nicht. Aber nach der Bruecke wohnt ene Frau, die Essen macht wenn jemand was braucht. Die selbe Frau gibt auch Zimmer. Also machen wir uns auf zu Stella.
Ja, ja, immer gibts, um Essen auch so um 5.
Das Zimmer liegt nicht im selben Haus, sondern im Dorf. Im leerstehenden Privathaus finden wir ein rostiges Bettgestell mit Schaumstoffauflage und eine alte Matratze am Boden. Naja, ok. Die Toilette ist erstaunlich sauber, die Dusche auch, beide funktionieren. Wunderbar.
Als wir dann nach dem Preis fragen wirds eher ungemuetlich. Stella weiss sehr wohl dass sie ein Monopol hat und den Preis bestimmen kann. Es kostet dasselbe wie zuvor im Hotel. Dafuer ist ein Essen in Hausmannskost dabei. Maisfladen mit Reis und Spiegeleiern und eine Brotsuppe. Wir schlingen es hungrig hinunter und frgen noch, ob wir vielleicht ein paar Bettlaken haben koennten. Natuerlich, das Maedel das dort im Haus ist wird das schon machen.
Ein Meadel im Haus? Noch nie gesehen.
Ja und es wohnen auch die hier postiereten Lehrerinnen im Nebenzimmer. Gut, die hatten wir schon in der Schule gesehen, gleich neben der Kirche. Ich hatte gefragt, ob es einen Bus aus dem Dorf gaebe, aber meine Hoffnungen hatten sich schnell zerschlagen. Bus? Nein, haha. Auto? Nein, haha, hier gibts einen Lastwagen und ein paar Motorraeder, die koennten uns vielleicht zur Hauptstrasse bringen. Sonst muessten wir weitergehen nach Los Santos, welches auf der anderen Canyon Seite oben am Plateau liegt.
Franz hat sich natuerlich wegen Motorraedern erkundigt. 12EUR wollen die pro Nase um uns ueber die Rumpelstrasse raus aus dem Tal zu bringen. Natuerlich nicht selber fahren, sondern hinten drauf. Darauf kann ich verzichten, ich stimme fuer Los Santos. Da Franz auch eher lieber selber faehrt, wird der Motorradplan in den Wind geschlagen.

Als wir dann wieder in das Zimmer kommen fehlt statt den Leintuechern die 2. Matratze. Das Maedel kommt bald und sagt die wuerde gebraucht, aber die Leintuecher koennten wir haben. Naja gut...

Es faengt an ein bisschen zu regnen und da es im Zimmer stickig ist – immerhin sind wir nur auf 450m Seehoehe – schleppen wir die Matratze raus in den ueberdachten Hof und schlafen bei Regengeprassel ein.

Fuer den Deal nicht die Motorraeder zu nehmen hatte ich am Vortag versprechen muessen, frueh aufzustehen.. Also sind wir umgefaehr um 7 Uhr Marsch bereit. Wir wollen nicht in die Mittagshitze kommen und wenn der Aufstieg so steil ist wie der Abstieg am Vortag, werden wir ohnehin ziemlich schwitzen. Die Zeitangabe mit 2 Stunden klingt eher wie ein Scherz mit den 1000 Hoehenmetern, die vor uns aufragen.

Aber der Weg ist wieder der alte, mit grossen braunen Steinquadern ausgelegte Camino Real und mutet eher wie eine Autobahn an. In sehr angenehmer Steigung schrauben wir uns langsam aber sicher rauf, durch teilweise dichten Urwald, teilweise karge Felsen, viele Kakteen und Agave.
Ich setze mich bewusst immer mal ein bisschen hin oder bleibe stehen um die Gegend zu geniessen. Normalerweise bin ich eher jemand, der erst oben rastet, fertig machen, und dann sitzen. Aber der Weg ist das Ziel und somit sehe ich auch einige suesse kleine Kolibris, die zwischen den Baeumen herumschwirren und mit ihrer langen Zungen Nektar aus diversen Blueten saugen, Kuhe und Ziegen mit Kitzen, die verspielt herum spingen und natuerlich sehe ich mir auch genau an, wo wir gestern herunter gegangen waren auf der gegenueberliegenden Seite des Canyons.

Angelbich sei das Klima hier so wie in Colorado und der Canyon noch viel aelter. Die Dorfbewohner hatte uns dies stolz erzaehlt.

Nach 2 Stunden sind wir tatsaehlich oben. Los Santos scheint ein Feriendoerfchen zu sein. Nach dem einsamen Weg hinauf – wer will schon nach Jordan – gleicht die Menschenmenge oben fast einem Volksfest.

Wir essen ein paar Brocken und sehen uns dann nach dem Bus um, damit wir doch auch wieder mal zurueck nach San Gil kommen, wo wir einige Sachen zurueckgelassen haben um unser Marschgepaeck zu reduzieren..

Trekking in Santander - Part2

So ganz fruehmorgens wirds doch nicht, mein Polster hat groooosse Anziehungskraft...
Aber um 8 oder so machen wir uns dann mal auf zum Fruehstueck. Ein Sportlehrer leiht uns dann einen seiner Schueler um uns am richtigen Weg aus dem Dorf zu weisen – super nett.

Dann gehts weiter nach Guane auf dem Camino Real (ein uralter Steinweg, den die Spanier anfangs gebaut hatten), vorbei an der ueblichen gruenen Vegetation mit vielen Kakteen und Ziegen und natuerlich die Stromleitungen auf denen sich zahllose Tillandsien festgesetzt haben und froehlich im Wind schwingen.
Guane ist noch ein bisschen verschlafener, wir bleiben nur kurz auf einen Fisch zum Mittagessen und ziehen gleich weiter nach Villa Nueva („Neue Stadt“) – und sie ist auch wirklich so. Eine neue Stadt, immer noch gemuetlich weil nicht allzu gross, aber keine alten Haeuser oder das Gefuehl einer uralten Heimat. Wie auch..

Es gibt genau 2 Hotels, eines davon ist voll, also ist die Auswahl nicht so gross. Fuer umgerechnet ca. 6EUR pro Person bekommen wir ein Zimmer, Dusche und WC ausserhalb, aber sauber und angenehm.

Am Abend fallen wir in den stadtbekannten Billard Schuppen ein, wo noch ein paar halbtrunkene die Kugeln schubsen... Wir schnapsen ein wenig, gut dass ich die Karten mitgenommen habe.

Wednesday, April 29, 2009

Trekken um San Gil - Tag 1

26. April 09

Nach all dem Abenteuersport wollen wir ein bisschen wandern. Es soll ganz schoene Doerfchen geben, also machen wir uns auf den Weg in eines von ihnen per Bus. Der Bus wie immer puenlktlich, nur wir nicht, also warten wir auf den naechsten...

Am Weg nach Cabrera, dem ersten dieser lieblichen Doerfchen spuert man schon die laendliche Ruhe und das ganz eigene Tempo. Erst wird mal ordentlich eingepackt, immerhin ist Sonntag und Markttag in San Gil, also hat so ungefaehr das ganze Dorf die noetigen Kleinigkeiten fuer die naechste Woche eingekauft und das muss nun alles in den Bus. Das geht auch ganz gut. Der Busfahrer liefert an einigen Haeuschen am Weg noch ein paar Sachen ab fuer Leute die nicht die Gelegenheit hatten, selbst zum Markt zu fahren.

In Cabrera erwartet uns ein verschlafener Marktplatz, ein paar angebundene, gesattelte Pferde... Dorfleben in Kolumbien, wahrscheinlich ganz aehnlich wie auch sonst wo auf der Welt.

Wir machen uns auch bald auf den Weg, der gleich mal einen ordentlichen Huegel hinauffuehrt – eh klar, am Kreuweg entlang. Wieviele Stationen hat so ein Kreuzweg? Hab ich wohl im Religionsunterricht nicht aufgepasst. Ich wuensche mir jedenfalls bei jeder, dass die nun die vorletzte ist – den die letzte ist wohl hoffentlich ganz oben am Berg. Ich muss mir eingestehen, dass die Trekkingguide-Zeiten vorbei sind und meine Kondition in Islamabad nicht wirklich auf Hochform geblieben ist. Woher auch.. Nichtstun hilft den Wadeln nicht wirklich...
Ich krieche also langsam und nicht so stetig den Berg hinauf... keuche und schwitze, weil es auch schon ziemlich heiss ist, wir sind genau in die Mittagshitze gekommen. Gnadenlos brennt die Sonne runter, und die ist doch sehr warm hier.

Nach unendlich langer Zeit – ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass es nur mir so lange vorkam – bin ich endlich oben, und von dort gehts dann gut einfach bergab aber nicht zu steil weiter bis nach Barichara, dem naechsten Dorf am Plan.

Angeblich soll es ja eines der schoensten Doerfchen Kolumbiens sein, na schau ma mal... Wenns eine Dusche gibt bin ich schon froh.
Aber es erwartet uns eine viel bessere Ueberraschung. Erst marschieren wir bei den unverzichtlichen Huehnerfarmen, dann bei ein paar Geiern, die uns hungrigen Augens hoffnungvoll anstarren, aber leider umsonst, denn dann kommt da noch so ein eigenartiges Tor rechter Hand. Piscina steht drauf. Fischzucht? Nein, Schwimmbad? Warum hab ich nicht besser Spanisch gelernt. Irgendwas mit Wasser hat es zu tun, daran kann ich mich dunkel vom Italienisch-Unterricht erinnern. Ein Blick hinein bestaetigt: Es ist das Dorfschwimmbad. Hurrrrraaaa.... Erst mal ein kuehle Cola und dann rein ins kuehle Nass. Das ist genau das, was ich nun brauche. Kann nicht besser sein...

Auf dem angrenzenden Fussballfeld reiten ein paar Jungs ohne Sattel auf Mutterstuten, hinten drein springt das Fohlen. Laendliche Idylle...

Nur noch ein paar Schritte weiter ueber eine malerische Bruecke und wir sind in Barichara. Und tatsaechlich, wunderschoen... Kleine weisse Haeuschen mit gruenen und blauen Fenster- und Tuerrahmen.. Nette Menschen die gemuetlich vor den Tueren sitzen und miteinander plaudern. Wir finden auch bald das Privathaus in dem Zimmer angeboten werden... Erst glaube ich, dass die Dame des Hauses einige Geschaefte hat, da der Eingang eher wie eine Gaertnerei aussieht. Blumen und Pflanzen in allen Groessen und Farben, ein kleiner Miniurwald im Innenhof... Aber nein, es ist bloss ihr Hobby...


Das gemuetliche Zimmer ist bald bereit, hat sogar eine Toilette dabei in der das Wasser laeuft wenn man es aufdreht, und es laeuft sogar beim Hahn raus... nicht irgendwo bei einer undichten Leitung. Wahnsinn.... Ich bin schon wieder baff.... Ich sollte mir mal ein anderes Wort ueberlegen, aber das waere SPRACHLOS...

Nun auf zur Dorfrunde, die Hauptstrasse endet natuerlich am Marktplatz, an dessen Ende natuerlich die Kirche thront. Ein wenig weiter ist noch eine kleine Kapelle... Schlicht und einfach, leider schon zu um diese Zeit... ist ja schon ein bisschen finster...

Ein Restaurant ist auch daneben, mit Hauspapagei und exzellentem Essen, vor allem die Paella... Der uebliche Innenhof ist wunderschoen hergerichtet, mit Blumen an den Waenden, robusten, stilvollen Holzbaenken und Tischen...
Der Wirt ist besonders lieb mit seiner Wirtin, wir raetseln ein bisschen die wievielte Wirtin es nun sei, da sie frisch verliebt wirken und nicht mehr ganz so jung... Zum Abschied sagt er stolz: „Heute ist unser 34. Hochzeitstag...“ So romantisch...

Dann gehts zurueck ins Zimmer, damit wir fruehmorgens weiter marschieren koennen...

Saturday, April 25, 2009

Paragleiten

Heute ist PAragleiten angesagt – Tandem natuerlich, weil ich kann das ja nicht alleine, habs auch noch nie gemacht. Ich hab Geschichten gehoert, dass man ordentlich weglaufen und abspringen muss, aber hier ist wie immer alles ganz anders...

Ein Bus holt uns bei der Herberge ab, wir tuckern eine gute Stunde hoch zu einem Huegel. Unterwegs steigen noch ein paar andere Fluggaeste zu...

Die letzten paar Meter marschieren wir hoch zum „Gipfel“, wo uns schon ein ordentliches Lueftchen um die Ohren weht.

Der Wind und die Thermik meinen es gut mit dem Huegel auf den wir fahren... Als ich das Geschirr umschnalle und mich bei dem Burschen einklinke, werden wir schon von 2 Leuten festgehalten, damit uns der Wind nicht fruehzeitig hochreisst.
Mit dem Rucksack-Sitz (weiss nicht wie das im Fach-Jargon heisst) umgeschnallt komm ich mir vor wie eine riesige Wespe mit dem grossen Hintern.
Als alles passt lassen sie aus und schon sind wir in der Luft. „Do you like spin?“ fragt der Bursche mit schelmischem Grinser... Natuerlich. Und schon gehts los, hoch hinauf, und dann in einer schnellen Spiral runtergeschraubt... In dem Sack sitze ich mehr als bequem... Der Fug ist super, Loopings, Spiralen, Sturzflug und Schweben wechseln sich ab, ich kommen mir manchmal vor wie in einem Schaukelstuhl, manchmal wie auf der Achterbahn...

Die Gegend unter mir ist super, gruene Waelder, Felder, kleine Haeuschen, ein Canyon am Horizont... und das alles fuer umgerechnet ca. 30 USD.

Einmal begleitet uns ein Falke oder aehnliches ein Stueck und zeigt uns, wie es noch eleganter geht, aber ich bin ganz zufrieden...

Ich frage nochmal um eine Spirale, der Bursche meint dass es eher Zeit zum Landen sein, die halbe Stunde sei um. Wir fliegen also zurueck zum Startplatz (die Thermik ist so toll dass sie am gleichen Platz starten und landen) und er setzt an zur Landung, da kommt ein Windstoss und schon sind wir wieder hoch oben. Na dann eben doch noch ein paar Loopings. Danach wieder ein neuer Versuch... er sagt grinsend, dass ich zu leicht bin,wir muessen oben bleiben. Die Kollegen unten lachen sich eins, und rufen rauf dass ich mehr bezahlen soll, weil ich so lange in der Luft bin...

Schlussendlich setzen wir doch auf, ganz gemuetlich auf dem Rucksack-Teil in dem ich sitze. Ich steige aus wie aus einem Sessel, klinke aus und seh schon dass der Bursch der mit mir geflogen war alle Haende voll zu tun hat, den Schirm am Boden zu halten.

Ich schaue noch den anderen zu, ein oesterreichisches Ehepaar, die sich auch 14 Monate Auszeit goennen – zum wiederholten Male. Elegant und wild schwingen die Glider herum, Quietschen und freudiges Schreien ist zu hoeren. Die Flieger haben ihren Spass...

Am Rueckweg schaltet die Crew – ein paar junge Burschen, die sichtlich Freude an ihrer Arbeit haben – eine nette Reggae Musik ein... die gruene Landschaft zieht vorbei, jeder haengt ein bisschen seinen Flugeindrueck nach..

Zurueck in San Gil macht sich der Hunger bemerkbar, wir waren doch fast 5 Studnen unterwegs und hatten das Mitagessen ausgelassen. Mit den Oesterreichern gehen wir auf ein Brathuhn mit Suesskartoffeln... und wieder haengt ein Erste Hilfe Kasten im kleinen Restaurant. Unglaublich diese Kolumbianer...

Friday, April 24, 2009

25. April
 
Also heute ist es soweit, auf zum Wasserfall Wie immer kommen wir ein bisserl zu spät weg, also fahren wir einfach mit dem nächsten Bus. In der Herberge hieß es ein Guide namens Mauricio würde dort auf uns warten, wir sind angemeldet.
 
Die nette Señorita sagt mir auch noch, ich soll ordentliche Schuhe mitnehmen...
 
Gut, der öffentliche Bus fährt pünktlich und bringt uns durch sagenhaft grüne Vegetation zum Schild „Wasserfall“. 
Wir steigen aus, gehen an einem kleinen Fluss entlang zu einem Campingplatz. Der Junge dort sagt uns, Mauricio sei heute nicht da. Mehr ist aus ihm nicht herauszukriegen, zumindest nicht, wenn man nicht 100% Spanisch kann.
 
Ich bin nun nicht baff, ich hatte so was schon viel früher erwartet. Aber am anderen Ufer sind noch ein paar Huettchen. Also wieder zurück und beim Nachbarn nachfragen, irgendwo muss sich der mysteriöse Mauricio doch versteckt haben.
 
Eine nette Señora kommt uns gleich entgegen, Mauricio würde weiter vorne auf uns am Weg warten. Er hatte heute schon Kunden.
 
Also gut, wir machen uns also auf erst entlang des Baches hinauf, am Horizont hoch oben blitzt schon der Wasserfall und kündet einen anstrengenden Aufstieg an.
Bald verlässt der Weg den Fluss und wir rutschen im Matsch immer weiter hoch. Mir bleibt bald mal die Puste weg. Schwüle Hitze und keine Kondition sind keine guten Partner für einen Fußmarsch hier. Eigentlich wollte ich in Pakistan in den letzten Wochen noch meine Kondition ein bisschen aufbessern, aber leider kam mir ein Husten dazwischen...
 
NA egal, am halben Weg treffen wir Mauricio der uns zum Kollegen weiter oben verweist. Juan erwartet uns dort oben, was nicht ganz oben ist...  wir sind nicht ganz auf halber Höhe und ein bisserl enttäuscht, dass es von hier unten losgehen soll...
 
Ich sehe mich nach der Ausrüstung um – Seile, Sicherungen, Neoprenanzug, Handschuhe, Schuhe, Helm und solche Dinge. Juan hält mir schon den Sicherungsgurt hin zum einsteigen. Ich schaue ihn fragend an...  Mit der Hose? Mit meinen Trekkingschuhen? Das Zeug wird doch sicher pitschnass. Er meint was ich ausziehe sei meine Sache, nur nicht die Schuhe...
 
Gut dass ich schon die Badehose an hatte, mit der und Leibchen mach ich mich fertig. Den Rest will er im wasserdichten Sack runter bringen. Na dann... Der Guide erklärt oder besser deutet uns (wegen der Sprache..) wie wir das Seil zu halten oder lockern haben, was wir mit den Fuessen tun sollen und schon gehts los.
 
Ich denk mir erst das geht ganz einfach, kann nicht viel anders sein wie beim Klettern.
Dann kommen mir meine rutschigen Schuhe, die zwar zum Trekken super sind, aber auf rutschig nassen senkrechten Felsen eher nicht so wirklich. Oder so dachte ich. Nun ist mir ein bisschen mulmig. Ich versuche mal das Seil von hinten zu lockern um ein wenig zu spüren wie es ist wenns nachlässt und zieh mir fast den Arm aus. Nun bin ich sicher, dass ich das nicht schaffe. Wenns schon am Anfang so schwer geht, was mach ich dann in der Mitte.. Aber dann seh ich unten den Hilfsguide stehen, der ‚sichert’ und mit aller Kraft am Seil spannt. Ach ja, der sollte wissen dass ich nicht so stark wie er bin. Es geht auch bald. Dann hab ich wieder Gedanken wegen der Schuhe... Das Wasser prasselt auf meinen Helm, ich bin schon so weit dass Umdrehen nicht mehr geht.  
Die ersten paar Meter war ich sicher dass ich abstürzen werde, entweder weil die Schuhe rutschen, oder mir die – eh nicht vorhandene – Kraft ausgeht...  Ich seh genau gar nicht wo meine Füße sind durchs Wasser ...
Aber mit der Zeit wirds leichter. Es ist doch ähnlich wie beim Klettern, wenn man nur will... Ich genieße das Prasseln des Wasserfalls auf meinem Rufecken, der ohnehin sehr verspannt ist, noch von den vielen Flug und Busstunden.
Die Schuhe erweisen sich als genügend, manchmal ists ein wenig kalt und hart vom Wasser das auf meine Oberschenkel drischt... aber jeder Meter gefällt mir besser und im Gegensatz zum Anfang, wo ich hoffte dass es nur ganz kurz dauert, wünsch ich mir nun, dass es noch höher wäre
 
Unten angekommen grinst der Hilfsguide, ich hab sicher den Langsamkeitsrekord aufgestellt, aber macht nix. Ich will nochmal!!!
 
Das ist nicht drin, aber dafür ein Bad im Wasserfall... Soooo super... ich wollte immer schon mal schwimmen und neben mir das Wasser runter rauschen hören und sehen und spüren Es ist ein bisserl kalt, freilich, aber das macht nix...
Mit jedem Tempi ein bisschen näher zum Wasserfall... Die Gischt sprüht mir ins Gesicht, ich juble, sooo schön.. rund herum kleine Hoehlen im Fels, alles was nicht ganz senkrechter Stein ist, ist überwuchert von allen möglichen Pflanzenarten...   Ein Zelt hier aufschlagen, das waers...
 
Als es dann doch zu kalt wird machen wir uns auf den Rückweg, völlig nass natürlich, außer meine Hose und Franz’s Hemd...
 
Ich geh barfüßig, ich mag das Gequatsche der nassen Schuhe nicht... Der Regen von oben bleibt heute allerdings netter weise aus. Bis jetzt hat es jeden Tag geregnet, zumindest ein bisschen. Ich musste mir ja die Regenzeit zum Reisen aussuchen... aber macht nix, nächsten Monat ist Mai, und vielleicht wachse ich ja noch ein wenig. Mairegen soll dabei ja angeblich helfen...
 
Im Bus gehts dann wieder zurück und der Nachmittag wird nun endlich dem Blogschreiben gewidmet. Vorher und zwischen durch besuchen wir noch den netten Marktplatz, Jung und Alt sitzt dort in harmonischem Durcheinander um den Springbrunnen, am Abend fahren ein paar Jungspunde mit großen Autos mit noch groesseren Lautsprechern und Woofern im Kreis um den Platz und erfreuen die frühen Nachtschwärmer mit lauter Musik... Die hintere Tür weit aufgespreizt, damit kein Dezibel verloren geht..
 
Franz erzählt mir aus Venezuela, wo es davon noch viel mehr gegeben hat, die bis 4 Uhr früh diesem Hobby frönten.. Da bin ich wieder mal froh – hab zu zählen aufgehört wie oft nun schon – in Kolumbien zu sein.
 
Dieses Land scheint echt eine Ausnahme zu sein..
 
 348 wfall

i bin baff...

20-24.April

Ich steige also in Bogota aus und in ein Taxi ein, wie es in der (spanischen) Reservierungsbestaetigung des Hostels in dem ich wohnen werde beschrieben ist. Er fragt mich um eine Wegbeschreibung – also das nehme ich halt an, ich geb ihm den Plan den ich zur Vorsicht ausgedruckt hatte.

Er liefert mich ab, mit genau dem angegeben Preis, ein bisserl teuer im Vergleich zu Pakistan, aber dafür sind die Straßen auch besser und das Taxi, es ist richtig sauber in der Stadt.

ER setzt mich im malerischen Viertel Candelaria ab, lauter kleine nette, hübsch bemalte Häuschen, Leute haben hier scheinbar ein Auge für die kleinen Dinge...

Im Hostal schlag ich mich dann mit meinen Spanisch Brocken herum, bekomme ein Zimmer, lieb, nett, klein, sauber... passt...

Ich schlafe ziemlich bald, die Zeitumstellung liegt mir noch ein bisschen in den Knochen.
Am nächsten Tag sollte Franz, ein Bekannter, kommen. Er reist schon seit ein paar Monaten in Südamerika herum und wir haben beschlossen, mal ein Weilchen gemeinsam zu reisen. Mir ist das sehr recht, ich hatte schon einige Erfahrung ganz allein in neuen Länder, was zwar nett ist, weil man schnell mit der Bevölkerung in Kontakt kommt, aber es ist auch schwierig, weil doch immer ganz neue Dinge auf einen zukommen und es ganz gut ist, diese mit jemandem zu teilen, der die selbe Kultur hat, dem ähnlich Dinge auffallen, und der nicht vielleicht beleidigt ist, wenn man Eigenartigkeiten des Landes diskutiert, wie es vielleicht Einheimische wären

Also sein Mail sagt, er kommt am 21. April um 7.30 früh am Flughafen an. Ich hatte dies am Vortag schon dem Hostelwirt gesagt, damit er die Reservierung nicht vergisst.
Der gute Mann kommt auch dann am Morgen und fragt, ob Franz nun kommt. Ich sage, naja, es ist zwar schon ein wenig spät, aber vielleicht dauerts halt ein bisserl beim auschecken.
Als es dann 12 mittags wird bitte ich um einen Anruf beim Flughafen, ob es Verzögerungen gegeben hätte und ob Franz überhaupt angekommen ist.

Die Auskunft erstaunt mich nur ein bisschen – aus Pakistan bin ich ja einiges gewohnt. Der Flug sei erst am nächsten Tag.
Na gut, dann hab ich Zeit mich allein noch ein wenig umzusehen.

Wenig später steht Franz im Hostel... Die Fluggesellschaft hatte die Flugpläne geändert nachdem er gebucht hatte, und ihm natürlich nichts gesagt, nun sei er ebenfalls über Panama gekommen, anstatt wie geplant direkt von Venezuela. NA macht nix...

Wir machen uns gleich mal auf etwas Essbares zu finden und besuchen dann das Goldmuseum. Irre wie klein und filigran all die Exponate sind, da hatte sich mal wirklich jemand Muehe gemacht. DAs Museum ist super modern, schoene und ueberlegte Extrashows... baff... ach ja, das erwaehnte ich schon mal..

Ich bin mehr als überrascht von den Leuten hier. Ich hatte ja Franz Blog auch gelesen und in den Ländern die er vorher bereist hatte, war eher Vorsicht geboten...

Hier bleiben Leute ganz von selbst stehen, wenn sie glauben sie können helfen, drängen sich aber nicht auf wie in manchen anderen Gegenden.

Die Kolumbianer denken mit, zeigen schlicht und einfach Nettigkeiten wenn sie gar nicht müssten, grussen auf der Straße, starren nicht (bin noch ein bisschen Pakistan geschädigt). Als wir nach dem Weg zur Gondel auf den Hausberg Bogotas fragen, erklärt uns einer den Weg, ein zweiter kommt, hört zu und unterbricht den ersteren ganz nett und höflich und sagt, „Sie haben völlig recht, aber dort geht auch noch ein Weg hinauf, der ist vielleicht besser, was meinen Sie?“

Ich bin baff...

Am nächsten Tag im Bus nach San Gil (nördlich von Bogota) tippt mich eine Frau von hinten an während der Fahrt und macht mich auf eine Statue auf der anderen Straßenseite aufmerksam. Die hätte ich sonst nicht gesehen. Dabei sagt sie mir auch noch gleich wer das ist – natürlich Bolivar – muss gestehen der Herr war mir vorher nur aus ganz fernen Erinnerungen bekannt – aber nun hab ich aufgeholt, er ist der Nationalheld, der die Spanischen Kolonien von Südamerika in die Unabhängigkeit führte (Ganz kurz gesagt – hier gibt’s an jeder Ecke einen Park, eine Statue, eine Straße, ein Café in seinem Gedenken.
Ein bisschen spät, denn der Arme starb in seiner Zeit trotz all des Heldenruhms vereinsamt und krank.
Aber na ja, echten Helden werden erst nach dem Tod erkannt....

Noch etwas vom Bus...
Ich schlief am Anfang ein wenig, die Sitze waren besser als in jedem Flugzeug... als ich aufwache und aus dem Fenster schaue ist mein erster Gedanke: „Ich dachte ich bin in in Kolumbien, nicht in Österreich oder der Schweiz. In den nördlichen Kordillieren, die wir gerade durchqueren tummeln sich auf grünen saftigen Wiesen schwarz-weiß gefleckte Riesenkühe Eine perfekte Almszene.
Sie erinnern mich an die Zeit in der Ali in Österreich war. Er stand ehrfürchtig vor Kühen und sagte: „Wow, das sind ja Elefanten!“
Die Pakistanischen Kühe sind ein bisschen kleiner. Aber hier in Kolumbien sind sie echt riesig. Genau so wie alles andere. Riesenmais, Riesenhuehner, Riesenbäume, Riesengras... Ich red mir nun mal ein dass das vom günstigen, regenreichen Klima kommt, nicht von Genfutter..
Die Leute selbst sind eher zierlich....

Wenig später hat der Superbus eine Panne – Kabelbrand. Naja, doch nicht so anders als in Pakistan – weit gefehlt. Ich glaub ich träume immer noch als die Burschen plötzlich hinter dem Bus eine Absperrung bauen, damit uns nicht der nächste rammt. Sowas hab ich schon lang nicht gesehen. Zwar kein Warndreieck, aber ein paar große Zweige und Kanister...

Flink machen sie sich auch ans herrichten und nach kurzer Zeit erscheint ein kleiner Bus der selben Firma und nimmt den Fahrer mit ins nächste Dorf, um Ersatzteile zu kaufen...

Ich bin schon wieder baff... Nach kurzer Zeit und ein paar Fotos von einem Regenbogen, der am Horizont aufgetaucht ist, kommen sie zurück samt Elektriker. Im Handumdrehen ist es fertig, wir fahren ins Dorf, lassen noch mal nach-checken – die Bremsleitung ist noch leicht undicht... Babe verkürzt uns die Wartezeit. Ein kleines suesses Ferkel spielt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ganz herzig mit einem Welpen...

Wir kommen dann ein bisschen später als geplant nach San Gil und fahren doch nicht mehr weiter in ein kleineres Dorf wie geplant, sondern bleiben in der Herberge in San Gil, die uns in Bogota empfohlen wurde.

Das Taxi keucht auf den Hügel hinauf, die Straßen können hier nur so steil gebaut werden, weil es bestimmt nie schneit oder vereist. Als wir die Herberge betreten bin ich schon wieder überrascht.. klein, fein, ein halboffener Innenraum mit gemütlichen Sitzbänken, Hängematten, Computern und vielen anderen Backpackern. Es ist alles durch organisiert und trotzdem gemütlich, genauso sollte es sein.

Hervorragend....

Der Besitzer ist nicht Kolumbianer aber schon 6 Jahre hier und voll von Info. Perfekt. Er will uns auch gleich ein paar Aktivitäten aufhalsen... San Gil ist von einer kleinen verschlafenen Stadt (ca. 30000 EW) zum Sportzentrum gemausert. Wir denken gleich an suend teure Touristenfallen, aber siehe da, die Preisliste lest sich mit Vergnügen Wir entscheiden uns für Abseilen im Wasserfall... Ich wollt das schon immer mal machen... angeblich kann man im Becken unter dem Wasserfall auch baden... mein Traum...

Thursday, April 23, 2009

Anreise

18-20 April

Day 1

Der FLug war anstrengend, erst von Islamabad nach Karachi, dann weiter nach Dubai, von dort nach Sao Paulo, wo ich erstmals eine Nacht Pause einlegte. Ich wollte gar nicht wissen wielange es gedauert hat, sicher mehr als 20 stunden alles zusammen, ich koennte es auch vom ticket zusammenrechnen, aber so genau will ich es gar nicht wissen.
Ich war angenehm ueberrascht von der Ehrlichkeit der Leute. Ich hatte keine Ahnung wie der Transport vom Flughafen vonstatten gehen wuerde. Ich dachte dass ich wohl oder uebel ein teueres Taxi nehmen muss, weil ich die Abkuerzungen hier noch nicht kenne... Also marschierte ich zum Taxistand und zeigte der Dame, die kein Englisch sprach, meine Reservierung vom Hotel Ibis. Sie deutete auf das gegenuberliegende Strassenstueck und sagte Special Transfer Hotel Ibis... Sehr nett... anstatt einer naiven Touristin ein paar Dollars abzuknoepfen und mich in ein Taxi zustecken, zeigt sie mir wo der Gratisbus ist. Tatsaechlich kommt er, schoen mit Aufschrift Ibis, damit auch so lernfaule Touristen wie ich ohne Spanischkenntnisse wissen wos lang geht...

Mehr als schlafen, duschen und fruehstuecken war dort nicht, ich war am Abend angekomen und mittags sollte ich schon wieder am Flughafen sein, um weiter ueber Panama nach Kolubien zu fliegen...

Der Ibis Bus brachte mich auch rechtzeitig wieder zum Flughafen, wo ich gleich ueber as Beisl ‚Eisenbahn’ stolperte... Wenn schon keiner Englisch spricht, dann scheinbar zumindest Deutsch...

Ich warte also vor dem Check In der Copa Airlines, und lese zum ersten Mal das ausgedruckte Ticket. Da steht ‚Vergessen Sie nicht, Ihren Flug am Vortag zu bestaetigen’ Eine leichte Gaensehaut ueberzog meine Arme... Das hatte ich doch wohl nicht gemacht... Als ich endlich an der Reihen bin gebe ich der Dame am Schalter das E-Ticket, sie gibt mir ohne zu zoegern meinen Boarding Pass... wow... und ich solle doch bitte die Rueckseite ausfuellen. ??? Was? Da hab ich sicher das Englisch – Spanisch Gemisch falsch verstanden. Ich drehe ich das Ding um und tatsaechlich.. Name eines (nichtmitreisenden) Angehoerigen und Telefonnummer. Mir schwant Schlimmes. Wie oft sind die wohl schon abgestuerzt und haben vergebens nach Angehoerigen gesucht, dass sie nun schon am Boardingpass die Info wollen? Egal, daneben steht ganz gross ‚for your convenience from now you dont need to reconfirm your flights with Copa Airlines’
Wenigstens etwas, damit sollte auch mein Weiterflug ok sein.

Am Flug gibt es Chips und Cola, ganz wie bei Daewoo Bus in Pakistan... Ich fuehl mich fast zuhause...