Friday, May 1, 2009

Trekking in den Anden um Santander Part 3

Der naechste Tag soll uns nach Jordan fuehren, eines der schoenesten Nester am Weg. Wir erfragen also den Weg raus, ein altes Muetterlein geletiet uns ein Stueck und am Weg treffen wir bald auf einen Kolumbianer, der in die selbe Richtung geht. Er zeigt uns ein paar Abkuerzungen, aber grundsaetzlich gehen wir einige Stunden in praller Hitze auf einer Lehmstrasse. Als er uns dann verlaesst um zu seiner Farm zu gehen, marschieren wir alleine weiter. Ein grosser runder Stein verspricht eingeschlossene Fossilien. Mit aller Kraft schlagen wir ihn gegen andere Felsen und siehe da, wirklich war. Nach einigen gezeilten und auch manchen ungezielten Schlaegen liegt das Teil frei. Mein selbstgefundener und erarbeiteter Fossil – mit Dank an Franz, der die ersten Schlaege mit dem Riesenbrocke erledigte. Ganz so stark sind meine Oberarme dann auch nicht... Wenn ich sie mir so ansehen sehen sie nicht mal aus wie Oberarme.
Mit dem neuen Schatz in der Tasche erreichen wir bald das Ende eines Hochplateaus, von dem ein paar Wege nach unten zu gehen scheinen, aber so klar ist es nicht. Wir sehen ein kleines Dorf unten im Tal neben dem Fluss.. Ob das wohl Jordan ist? Die Karten hier sind eher Zeichnungen mit Bildern, von akkuraten Himmelsrichtungen, vollstaendingen Wegen, topographischen Anhaltspunkten oder sogar Hoehenlinien keine Spur. Jordan, das da irgendwo neben dem Fluss eingezeichnet ist kann genau so gut no oben am Plateau liegen..

Nach einiger Zeit fragen wir bei einer abgelegenen Farm, der Bauer ist beim zweiten Anlauf zuhause und zeigt uns den Weg, der bei ihm hinterm Hof vorbei fuehrt.... den haetten wir wahrscheinlich nicht gefunden... Schon gar nicht waer ich so einfach ueber ein Privatgrundstueck gelaufen. Nun gehts bergab, im wahrsten Sinne des Wortes. Uber enge Serpentinen stuerzt der Weg hinunter ins Tal, die Felsen sind bewachsen mit Kakteen und Agaven, die Sonne brennt unbarmherzig auf uns herab. Da werd ich wohl am Abend ein bisschen rot sein... Als der Weg dann am Ende langsamer und weniger steil ins Tal hineinfuehrt wird es noch ein wenig heisser auf schwarzen Steinen... die Geier kreisen schon wieder...
Nach einer kurzen RAst am Bach mit malerischen BAum, der grade so zum Raufseten einlaedt gehts durch ein kleines Waeldchen gehts dann zum Dorfanfang. Es wird hier Tabak angebaut, das ganze Dorf scheint davon zu leben. Die Pflanzen gibt es in allen Wachstumsstufen. Auf einem Feld wird gesetzt, auf einem die halbhohen gesprizt und in der Scheune heangt der frisch geerntete zum Trocknen. Die Strasse fuehrt wie immer zum Marktplatz und zur Kirche, die hier allerdings ein wenig kleiner ausgefallen sind. Wir fragen nach einen Restaurant, immer hin waren wir nun doch 6 Studen unterwegs.
Restaurant? Nein sowas gibt es hier nicht. Aber nach der Bruecke wohnt ene Frau, die Essen macht wenn jemand was braucht. Die selbe Frau gibt auch Zimmer. Also machen wir uns auf zu Stella.
Ja, ja, immer gibts, um Essen auch so um 5.
Das Zimmer liegt nicht im selben Haus, sondern im Dorf. Im leerstehenden Privathaus finden wir ein rostiges Bettgestell mit Schaumstoffauflage und eine alte Matratze am Boden. Naja, ok. Die Toilette ist erstaunlich sauber, die Dusche auch, beide funktionieren. Wunderbar.
Als wir dann nach dem Preis fragen wirds eher ungemuetlich. Stella weiss sehr wohl dass sie ein Monopol hat und den Preis bestimmen kann. Es kostet dasselbe wie zuvor im Hotel. Dafuer ist ein Essen in Hausmannskost dabei. Maisfladen mit Reis und Spiegeleiern und eine Brotsuppe. Wir schlingen es hungrig hinunter und frgen noch, ob wir vielleicht ein paar Bettlaken haben koennten. Natuerlich, das Maedel das dort im Haus ist wird das schon machen.
Ein Meadel im Haus? Noch nie gesehen.
Ja und es wohnen auch die hier postiereten Lehrerinnen im Nebenzimmer. Gut, die hatten wir schon in der Schule gesehen, gleich neben der Kirche. Ich hatte gefragt, ob es einen Bus aus dem Dorf gaebe, aber meine Hoffnungen hatten sich schnell zerschlagen. Bus? Nein, haha. Auto? Nein, haha, hier gibts einen Lastwagen und ein paar Motorraeder, die koennten uns vielleicht zur Hauptstrasse bringen. Sonst muessten wir weitergehen nach Los Santos, welches auf der anderen Canyon Seite oben am Plateau liegt.
Franz hat sich natuerlich wegen Motorraedern erkundigt. 12EUR wollen die pro Nase um uns ueber die Rumpelstrasse raus aus dem Tal zu bringen. Natuerlich nicht selber fahren, sondern hinten drauf. Darauf kann ich verzichten, ich stimme fuer Los Santos. Da Franz auch eher lieber selber faehrt, wird der Motorradplan in den Wind geschlagen.

Als wir dann wieder in das Zimmer kommen fehlt statt den Leintuechern die 2. Matratze. Das Maedel kommt bald und sagt die wuerde gebraucht, aber die Leintuecher koennten wir haben. Naja gut...

Es faengt an ein bisschen zu regnen und da es im Zimmer stickig ist – immerhin sind wir nur auf 450m Seehoehe – schleppen wir die Matratze raus in den ueberdachten Hof und schlafen bei Regengeprassel ein.

Fuer den Deal nicht die Motorraeder zu nehmen hatte ich am Vortag versprechen muessen, frueh aufzustehen.. Also sind wir umgefaehr um 7 Uhr Marsch bereit. Wir wollen nicht in die Mittagshitze kommen und wenn der Aufstieg so steil ist wie der Abstieg am Vortag, werden wir ohnehin ziemlich schwitzen. Die Zeitangabe mit 2 Stunden klingt eher wie ein Scherz mit den 1000 Hoehenmetern, die vor uns aufragen.

Aber der Weg ist wieder der alte, mit grossen braunen Steinquadern ausgelegte Camino Real und mutet eher wie eine Autobahn an. In sehr angenehmer Steigung schrauben wir uns langsam aber sicher rauf, durch teilweise dichten Urwald, teilweise karge Felsen, viele Kakteen und Agave.
Ich setze mich bewusst immer mal ein bisschen hin oder bleibe stehen um die Gegend zu geniessen. Normalerweise bin ich eher jemand, der erst oben rastet, fertig machen, und dann sitzen. Aber der Weg ist das Ziel und somit sehe ich auch einige suesse kleine Kolibris, die zwischen den Baeumen herumschwirren und mit ihrer langen Zungen Nektar aus diversen Blueten saugen, Kuhe und Ziegen mit Kitzen, die verspielt herum spingen und natuerlich sehe ich mir auch genau an, wo wir gestern herunter gegangen waren auf der gegenueberliegenden Seite des Canyons.

Angelbich sei das Klima hier so wie in Colorado und der Canyon noch viel aelter. Die Dorfbewohner hatte uns dies stolz erzaehlt.

Nach 2 Stunden sind wir tatsaehlich oben. Los Santos scheint ein Feriendoerfchen zu sein. Nach dem einsamen Weg hinauf – wer will schon nach Jordan – gleicht die Menschenmenge oben fast einem Volksfest.

Wir essen ein paar Brocken und sehen uns dann nach dem Bus um, damit wir doch auch wieder mal zurueck nach San Gil kommen, wo wir einige Sachen zurueckgelassen haben um unser Marschgepaeck zu reduzieren..

No comments:

Post a Comment