Ich hatte gestern noch mit dem Gedanken gespielt, da wusste ich noch nichts von meinen Glück, und Shaun – der Hostelbesitzer, ein Australier – fragte, ob und wann ich raften gehen will... Ich sagte, dass ich schon möchte und bevor ich noch weiter spekulieren konnte schrieb er schon meinen Namen in die Liste und meinte: „Du fährst natürlich gratis mit... „
Also gings heute um 10 Uhr mit noch 8 anderen ab zum Fluss...
Der Suarez (Fluss) hat einige Klasse 4 – 5 Stromschnellen (oder wie das auch immer auf Deutsch heißt, habe mich mit Rafting Fachjargon bisher nur auf Englisch und Spanisch beschäftigt) anzubieten und ist bei allen erfahrenen Raftern hoch geschätzt (Klasse 6 geht nur mehr für Kayaks)
Jessy, eine kolumbianische Mitarbeiterin im Hostel fuhr auch mit, sie arbeitet schon lange hier, hat es aber auch noch nie selber gemacht und ich hatte nur wissen wollen ob sie es schon erlebt hätte, schon hat Shaun sie auch auf die Liste gesetzt.
Sie war ziemlich nervös am Anfang, aber das gab sich bald.
Zwei Boote wurden ins Wasser gelassen – 4 in einem, 5 im anderen plus Guide. Ich war im 4er Boot, alles Spanisch sprechend außer mir... Na prima, die Kommandos werden lustig, denn laut Guide ist es sehr wichtig, sie SOFORT zu befolgen, um nicht vielleicht zu kentern...
Das kommt mir Spanisch vor... verstehen und Grundbegriffe kann ich schon, aber blitzschnelles Reagieren... na mal sehen...
Das Grundbriefing für allgemeine Dinge und Verhalten wenn einer über Bord geht wird vom Kayaker erklärt, der als Sicherheit dabei ist, wie sich das bei professionellen Raftern gehört Alle Guides haben das internationale IRF Zertifikat (was hier nicht bei allen Agenturen unbedingt als wichtig angesehen wird).
Helme aufgesetzt, Schwimmwesten festgezurrt, ein paar Trainingsschläge und schon gehts Fluss abwärts..
Ein Riesenspaß.. manchmal bin ich ein bisserl spät dran weil ich erst im Kopf übersetzen muss, aber keiner fällt ins Wasser, die Gischt spritzt uns ins Gesicht, kaum ist eine Stromschnelle (?) gemeistert, kommt auch schon die nächste.. Rein in das Wasserloch und paddeln und hoffen, dass wir auf der anderen Seite heil wieder ausgespuckt werden.
Formatiert Paddeln, rückwärts paddeln, stopp, vorwärts, ins Boot, ducken, vorwärts, stopp .... pausenlose Kommandos… der Guide strahlt dabei eine Ruhe und Souveränität aus, die ich vorher bei den Erklärungen an die Gäste nur nachgeplappert habe, jetzt weiß ich was gemeint war.
Ich hab das Gefühl, dass der Bursche das Boot auch alleine runterbringt und uns nur als Ballast braucht und uns halt ein bisschen spielen lässt
In einer ruhigen Passage lässt er uns alle ins Wasser springen, zieht uns nach der Reihe wieder ins Boot und weiter gehts.
Zur halb Zeit legen wir an einem kleinen Sandstrand an, die Guides packen Chips, Käse, Süssigkeiten, Melonen, Grenadillas und Mangos aus...
Um uns tummeln sich hunderte oder mehr Schmetterlinge, Pappillon-Bay... zumindest haben wir sie so getauft... über all schwirren gelbe und grüne Flattermänner durch die Luft und setzen knapp vor uns am Boden. Eine kleine Idylle.
Alles wird wieder ordentlich in die Wasser dichten Säcke gepackt, kein Müll zurück gelassen. Bin mal wieder baff...
Und schon gehts weiter in die nächsten Fluten... Nach drei ein halb Stunden sind wir müde aber glücklich am Endpunkt angelangt und packen alles zusammen.
Die Guides lassen uns kaum mithelfen,da sie die Ausrüstung fachgerecht verstaut wissen wollen. Auf die teuren importierten Boote, Westen und Paddel wird ordentlich aufgepasst.

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