Friday, May 22, 2009

Rafting

Rafting war super heute… Nach dem ich hier arbeite, konnte ich gratis mitfahren – damit ich dann überzeugender bin beim Erklären der möglichen Freizeitprogramme.. Einfach super..
Ich hatte gestern noch mit dem Gedanken gespielt, da wusste ich noch nichts von meinen Glück, und Shaun – der Hostelbesitzer, ein Australier – fragte, ob und wann ich raften gehen will... Ich sagte, dass ich schon möchte und bevor ich noch weiter spekulieren konnte schrieb er schon meinen Namen in die Liste und meinte: „Du fährst natürlich gratis mit... „
Also gings heute um 10 Uhr mit noch 8 anderen ab zum Fluss...
Der Suarez (Fluss) hat einige Klasse 4 – 5 Stromschnellen (oder wie das auch immer auf Deutsch heißt, habe mich mit Rafting Fachjargon bisher nur auf Englisch und Spanisch beschäftigt) anzubieten und ist bei allen erfahrenen Raftern hoch geschätzt (Klasse 6 geht nur mehr für Kayaks)
Jessy, eine kolumbianische Mitarbeiterin im Hostel fuhr auch mit, sie arbeitet schon lange hier, hat es aber auch noch nie selber gemacht und ich hatte nur wissen wollen ob sie es schon erlebt hätte, schon hat Shaun sie auch auf die Liste gesetzt.
Sie war ziemlich nervös am Anfang, aber das gab sich bald.
Zwei Boote wurden ins Wasser gelassen – 4 in einem, 5 im anderen plus Guide. Ich war im 4er Boot, alles Spanisch sprechend außer mir... Na prima, die Kommandos werden lustig, denn laut Guide ist es sehr wichtig, sie SOFORT zu befolgen, um nicht vielleicht zu kentern...
Das kommt mir Spanisch vor... verstehen und Grundbegriffe kann ich schon, aber blitzschnelles Reagieren... na mal sehen...
Das Grundbriefing für allgemeine Dinge und Verhalten wenn einer über Bord geht wird vom Kayaker erklärt, der als Sicherheit dabei ist, wie sich das bei professionellen Raftern gehört Alle Guides haben das internationale IRF Zertifikat (was hier nicht bei allen Agenturen unbedingt als wichtig angesehen wird).
Helme aufgesetzt, Schwimmwesten festgezurrt, ein paar Trainingsschläge und schon gehts Fluss abwärts..
Ein Riesenspaß.. manchmal bin ich ein bisserl spät dran weil ich erst im Kopf übersetzen muss, aber keiner fällt ins Wasser, die Gischt spritzt uns ins Gesicht, kaum ist eine Stromschnelle (?) gemeistert, kommt auch schon die nächste.. Rein in das Wasserloch und paddeln und hoffen, dass wir auf der anderen Seite heil wieder ausgespuckt werden.
Formatiert Paddeln, rückwärts paddeln, stopp, vorwärts, ins Boot, ducken, vorwärts, stopp .... pausenlose Kommandos… der Guide strahlt dabei eine Ruhe und Souveränität aus, die ich vorher bei den Erklärungen an die Gäste nur nachgeplappert habe, jetzt weiß ich was gemeint war.
Ich hab das Gefühl, dass der Bursche das Boot auch alleine runterbringt und uns nur als Ballast braucht und uns halt ein bisschen spielen lässt
In einer ruhigen Passage lässt er uns alle ins Wasser springen, zieht uns nach der Reihe wieder ins Boot und weiter gehts.
Zur halb Zeit legen wir an einem kleinen Sandstrand an, die Guides packen Chips, Käse, Süssigkeiten, Melonen, Grenadillas und Mangos aus...
Um uns tummeln sich hunderte oder mehr Schmetterlinge, Pappillon-Bay... zumindest haben wir sie so getauft... über all schwirren gelbe und grüne Flattermänner durch die Luft und setzen knapp vor uns am Boden. Eine kleine Idylle.
Alles wird wieder ordentlich in die Wasser dichten Säcke gepackt, kein Müll zurück gelassen. Bin mal wieder baff...
Und schon gehts weiter in die nächsten Fluten...
Nach drei ein halb Stunden sind wir müde aber glücklich am Endpunkt angelangt und packen alles zusammen.
Die Guides lassen uns kaum mithelfen,da sie die Ausrüstung fachgerecht verstaut wissen wollen. Auf die teuren importierten Boote, Westen und Paddel wird ordentlich aufgepasst.

Thursday, May 21, 2009

wieder mal haengen geblieben...

Mai

Ich weiß dass ich weit hinten bin mit schreiben, aber San Gil ist ein toller Ort und ich bin immer noch hier… Ja, schon wieder, hängen geblieben an einem netten Platz, scheint so zur Gewohnheit zu werden.
 
Ich arbeite hier im Hostel (Macondo – www.macondohostel.com falls du mal mehr davon sehen willst) ein paar Stunden für freie Unterkunft, helfe aus den Gästen Dinge in Englisch zu erklären und mache die Datenerfassung der Gäste der (liegen gebliebenen) letzten Monate und übernehme meist die Nachtschicht, da ich sowieso eine Nachteule bin... Dafür darf ich am Morgen lang schlafen, haha...
 
Franz ist wieder zu Freunden nach Uruguay zurück gekehrt um dort auf einer Finka beim Holz schlagen mitzuhelfen und ich habe mich entschlossen, hier zu bleiben...
 
Die Stadt ist echt super, zu dem Wasserfall-Abseilen gibts Rafting – was ich wahrscheinlich morgen machen werde, und auch super Plätze im Ort, wie natürliche Pools am Fluss mit kleinen Wasserfällen – ein echtes Paradies, einen botanischen Garten nach dessen Besuch man nicht mehr in den ‚Dschungel’ fahren muss... ein Wahnsinn, echt...
Pozo Azul – die Pools am Fluss – sind mein Lieblingsort... es tut irrsinnig gut dort unter den Fällen zu sitzen und das Wasser auf die Schultern und den Nacken prasseln zu lassen, eine natürliche Massage. Daneben ist ein Pool im Fluss, in dem man schwimmen kann und das beste ist unter der Woche ist es meist menschenleer... kein Eintritt, einfach wunderschön..
 
Und natürlich noch viel viel mehr.
 
Ich weiß dass ich weit hinten bin mit schreiben, aber San Gil ist ein toller Ort und ich bin immer noch hier… Ja, schon wieder, hängen geblieben an einem netten Platz, scheint so zur Gewohnheit zu werden.
Das Hostelleben ist sehr interessant, ich treffe Leute mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, aus verschiedensten Kulturen und mit variierenden Vorlieben.. echt toll um den Horizont zu erweitern...

Friday, May 1, 2009

Trekking in den Anden um Santander Part 3

Der naechste Tag soll uns nach Jordan fuehren, eines der schoenesten Nester am Weg. Wir erfragen also den Weg raus, ein altes Muetterlein geletiet uns ein Stueck und am Weg treffen wir bald auf einen Kolumbianer, der in die selbe Richtung geht. Er zeigt uns ein paar Abkuerzungen, aber grundsaetzlich gehen wir einige Stunden in praller Hitze auf einer Lehmstrasse. Als er uns dann verlaesst um zu seiner Farm zu gehen, marschieren wir alleine weiter. Ein grosser runder Stein verspricht eingeschlossene Fossilien. Mit aller Kraft schlagen wir ihn gegen andere Felsen und siehe da, wirklich war. Nach einigen gezeilten und auch manchen ungezielten Schlaegen liegt das Teil frei. Mein selbstgefundener und erarbeiteter Fossil – mit Dank an Franz, der die ersten Schlaege mit dem Riesenbrocke erledigte. Ganz so stark sind meine Oberarme dann auch nicht... Wenn ich sie mir so ansehen sehen sie nicht mal aus wie Oberarme.
Mit dem neuen Schatz in der Tasche erreichen wir bald das Ende eines Hochplateaus, von dem ein paar Wege nach unten zu gehen scheinen, aber so klar ist es nicht. Wir sehen ein kleines Dorf unten im Tal neben dem Fluss.. Ob das wohl Jordan ist? Die Karten hier sind eher Zeichnungen mit Bildern, von akkuraten Himmelsrichtungen, vollstaendingen Wegen, topographischen Anhaltspunkten oder sogar Hoehenlinien keine Spur. Jordan, das da irgendwo neben dem Fluss eingezeichnet ist kann genau so gut no oben am Plateau liegen..

Nach einiger Zeit fragen wir bei einer abgelegenen Farm, der Bauer ist beim zweiten Anlauf zuhause und zeigt uns den Weg, der bei ihm hinterm Hof vorbei fuehrt.... den haetten wir wahrscheinlich nicht gefunden... Schon gar nicht waer ich so einfach ueber ein Privatgrundstueck gelaufen. Nun gehts bergab, im wahrsten Sinne des Wortes. Uber enge Serpentinen stuerzt der Weg hinunter ins Tal, die Felsen sind bewachsen mit Kakteen und Agaven, die Sonne brennt unbarmherzig auf uns herab. Da werd ich wohl am Abend ein bisschen rot sein... Als der Weg dann am Ende langsamer und weniger steil ins Tal hineinfuehrt wird es noch ein wenig heisser auf schwarzen Steinen... die Geier kreisen schon wieder...
Nach einer kurzen RAst am Bach mit malerischen BAum, der grade so zum Raufseten einlaedt gehts durch ein kleines Waeldchen gehts dann zum Dorfanfang. Es wird hier Tabak angebaut, das ganze Dorf scheint davon zu leben. Die Pflanzen gibt es in allen Wachstumsstufen. Auf einem Feld wird gesetzt, auf einem die halbhohen gesprizt und in der Scheune heangt der frisch geerntete zum Trocknen. Die Strasse fuehrt wie immer zum Marktplatz und zur Kirche, die hier allerdings ein wenig kleiner ausgefallen sind. Wir fragen nach einen Restaurant, immer hin waren wir nun doch 6 Studen unterwegs.
Restaurant? Nein sowas gibt es hier nicht. Aber nach der Bruecke wohnt ene Frau, die Essen macht wenn jemand was braucht. Die selbe Frau gibt auch Zimmer. Also machen wir uns auf zu Stella.
Ja, ja, immer gibts, um Essen auch so um 5.
Das Zimmer liegt nicht im selben Haus, sondern im Dorf. Im leerstehenden Privathaus finden wir ein rostiges Bettgestell mit Schaumstoffauflage und eine alte Matratze am Boden. Naja, ok. Die Toilette ist erstaunlich sauber, die Dusche auch, beide funktionieren. Wunderbar.
Als wir dann nach dem Preis fragen wirds eher ungemuetlich. Stella weiss sehr wohl dass sie ein Monopol hat und den Preis bestimmen kann. Es kostet dasselbe wie zuvor im Hotel. Dafuer ist ein Essen in Hausmannskost dabei. Maisfladen mit Reis und Spiegeleiern und eine Brotsuppe. Wir schlingen es hungrig hinunter und frgen noch, ob wir vielleicht ein paar Bettlaken haben koennten. Natuerlich, das Maedel das dort im Haus ist wird das schon machen.
Ein Meadel im Haus? Noch nie gesehen.
Ja und es wohnen auch die hier postiereten Lehrerinnen im Nebenzimmer. Gut, die hatten wir schon in der Schule gesehen, gleich neben der Kirche. Ich hatte gefragt, ob es einen Bus aus dem Dorf gaebe, aber meine Hoffnungen hatten sich schnell zerschlagen. Bus? Nein, haha. Auto? Nein, haha, hier gibts einen Lastwagen und ein paar Motorraeder, die koennten uns vielleicht zur Hauptstrasse bringen. Sonst muessten wir weitergehen nach Los Santos, welches auf der anderen Canyon Seite oben am Plateau liegt.
Franz hat sich natuerlich wegen Motorraedern erkundigt. 12EUR wollen die pro Nase um uns ueber die Rumpelstrasse raus aus dem Tal zu bringen. Natuerlich nicht selber fahren, sondern hinten drauf. Darauf kann ich verzichten, ich stimme fuer Los Santos. Da Franz auch eher lieber selber faehrt, wird der Motorradplan in den Wind geschlagen.

Als wir dann wieder in das Zimmer kommen fehlt statt den Leintuechern die 2. Matratze. Das Maedel kommt bald und sagt die wuerde gebraucht, aber die Leintuecher koennten wir haben. Naja gut...

Es faengt an ein bisschen zu regnen und da es im Zimmer stickig ist – immerhin sind wir nur auf 450m Seehoehe – schleppen wir die Matratze raus in den ueberdachten Hof und schlafen bei Regengeprassel ein.

Fuer den Deal nicht die Motorraeder zu nehmen hatte ich am Vortag versprechen muessen, frueh aufzustehen.. Also sind wir umgefaehr um 7 Uhr Marsch bereit. Wir wollen nicht in die Mittagshitze kommen und wenn der Aufstieg so steil ist wie der Abstieg am Vortag, werden wir ohnehin ziemlich schwitzen. Die Zeitangabe mit 2 Stunden klingt eher wie ein Scherz mit den 1000 Hoehenmetern, die vor uns aufragen.

Aber der Weg ist wieder der alte, mit grossen braunen Steinquadern ausgelegte Camino Real und mutet eher wie eine Autobahn an. In sehr angenehmer Steigung schrauben wir uns langsam aber sicher rauf, durch teilweise dichten Urwald, teilweise karge Felsen, viele Kakteen und Agave.
Ich setze mich bewusst immer mal ein bisschen hin oder bleibe stehen um die Gegend zu geniessen. Normalerweise bin ich eher jemand, der erst oben rastet, fertig machen, und dann sitzen. Aber der Weg ist das Ziel und somit sehe ich auch einige suesse kleine Kolibris, die zwischen den Baeumen herumschwirren und mit ihrer langen Zungen Nektar aus diversen Blueten saugen, Kuhe und Ziegen mit Kitzen, die verspielt herum spingen und natuerlich sehe ich mir auch genau an, wo wir gestern herunter gegangen waren auf der gegenueberliegenden Seite des Canyons.

Angelbich sei das Klima hier so wie in Colorado und der Canyon noch viel aelter. Die Dorfbewohner hatte uns dies stolz erzaehlt.

Nach 2 Stunden sind wir tatsaehlich oben. Los Santos scheint ein Feriendoerfchen zu sein. Nach dem einsamen Weg hinauf – wer will schon nach Jordan – gleicht die Menschenmenge oben fast einem Volksfest.

Wir essen ein paar Brocken und sehen uns dann nach dem Bus um, damit wir doch auch wieder mal zurueck nach San Gil kommen, wo wir einige Sachen zurueckgelassen haben um unser Marschgepaeck zu reduzieren..

Trekking in Santander - Part2

So ganz fruehmorgens wirds doch nicht, mein Polster hat groooosse Anziehungskraft...
Aber um 8 oder so machen wir uns dann mal auf zum Fruehstueck. Ein Sportlehrer leiht uns dann einen seiner Schueler um uns am richtigen Weg aus dem Dorf zu weisen – super nett.

Dann gehts weiter nach Guane auf dem Camino Real (ein uralter Steinweg, den die Spanier anfangs gebaut hatten), vorbei an der ueblichen gruenen Vegetation mit vielen Kakteen und Ziegen und natuerlich die Stromleitungen auf denen sich zahllose Tillandsien festgesetzt haben und froehlich im Wind schwingen.
Guane ist noch ein bisschen verschlafener, wir bleiben nur kurz auf einen Fisch zum Mittagessen und ziehen gleich weiter nach Villa Nueva („Neue Stadt“) – und sie ist auch wirklich so. Eine neue Stadt, immer noch gemuetlich weil nicht allzu gross, aber keine alten Haeuser oder das Gefuehl einer uralten Heimat. Wie auch..

Es gibt genau 2 Hotels, eines davon ist voll, also ist die Auswahl nicht so gross. Fuer umgerechnet ca. 6EUR pro Person bekommen wir ein Zimmer, Dusche und WC ausserhalb, aber sauber und angenehm.

Am Abend fallen wir in den stadtbekannten Billard Schuppen ein, wo noch ein paar halbtrunkene die Kugeln schubsen... Wir schnapsen ein wenig, gut dass ich die Karten mitgenommen habe.