Friday, April 24, 2009

i bin baff...

20-24.April

Ich steige also in Bogota aus und in ein Taxi ein, wie es in der (spanischen) Reservierungsbestaetigung des Hostels in dem ich wohnen werde beschrieben ist. Er fragt mich um eine Wegbeschreibung – also das nehme ich halt an, ich geb ihm den Plan den ich zur Vorsicht ausgedruckt hatte.

Er liefert mich ab, mit genau dem angegeben Preis, ein bisserl teuer im Vergleich zu Pakistan, aber dafür sind die Straßen auch besser und das Taxi, es ist richtig sauber in der Stadt.

ER setzt mich im malerischen Viertel Candelaria ab, lauter kleine nette, hübsch bemalte Häuschen, Leute haben hier scheinbar ein Auge für die kleinen Dinge...

Im Hostal schlag ich mich dann mit meinen Spanisch Brocken herum, bekomme ein Zimmer, lieb, nett, klein, sauber... passt...

Ich schlafe ziemlich bald, die Zeitumstellung liegt mir noch ein bisschen in den Knochen.
Am nächsten Tag sollte Franz, ein Bekannter, kommen. Er reist schon seit ein paar Monaten in Südamerika herum und wir haben beschlossen, mal ein Weilchen gemeinsam zu reisen. Mir ist das sehr recht, ich hatte schon einige Erfahrung ganz allein in neuen Länder, was zwar nett ist, weil man schnell mit der Bevölkerung in Kontakt kommt, aber es ist auch schwierig, weil doch immer ganz neue Dinge auf einen zukommen und es ganz gut ist, diese mit jemandem zu teilen, der die selbe Kultur hat, dem ähnlich Dinge auffallen, und der nicht vielleicht beleidigt ist, wenn man Eigenartigkeiten des Landes diskutiert, wie es vielleicht Einheimische wären

Also sein Mail sagt, er kommt am 21. April um 7.30 früh am Flughafen an. Ich hatte dies am Vortag schon dem Hostelwirt gesagt, damit er die Reservierung nicht vergisst.
Der gute Mann kommt auch dann am Morgen und fragt, ob Franz nun kommt. Ich sage, naja, es ist zwar schon ein wenig spät, aber vielleicht dauerts halt ein bisserl beim auschecken.
Als es dann 12 mittags wird bitte ich um einen Anruf beim Flughafen, ob es Verzögerungen gegeben hätte und ob Franz überhaupt angekommen ist.

Die Auskunft erstaunt mich nur ein bisschen – aus Pakistan bin ich ja einiges gewohnt. Der Flug sei erst am nächsten Tag.
Na gut, dann hab ich Zeit mich allein noch ein wenig umzusehen.

Wenig später steht Franz im Hostel... Die Fluggesellschaft hatte die Flugpläne geändert nachdem er gebucht hatte, und ihm natürlich nichts gesagt, nun sei er ebenfalls über Panama gekommen, anstatt wie geplant direkt von Venezuela. NA macht nix...

Wir machen uns gleich mal auf etwas Essbares zu finden und besuchen dann das Goldmuseum. Irre wie klein und filigran all die Exponate sind, da hatte sich mal wirklich jemand Muehe gemacht. DAs Museum ist super modern, schoene und ueberlegte Extrashows... baff... ach ja, das erwaehnte ich schon mal..

Ich bin mehr als überrascht von den Leuten hier. Ich hatte ja Franz Blog auch gelesen und in den Ländern die er vorher bereist hatte, war eher Vorsicht geboten...

Hier bleiben Leute ganz von selbst stehen, wenn sie glauben sie können helfen, drängen sich aber nicht auf wie in manchen anderen Gegenden.

Die Kolumbianer denken mit, zeigen schlicht und einfach Nettigkeiten wenn sie gar nicht müssten, grussen auf der Straße, starren nicht (bin noch ein bisschen Pakistan geschädigt). Als wir nach dem Weg zur Gondel auf den Hausberg Bogotas fragen, erklärt uns einer den Weg, ein zweiter kommt, hört zu und unterbricht den ersteren ganz nett und höflich und sagt, „Sie haben völlig recht, aber dort geht auch noch ein Weg hinauf, der ist vielleicht besser, was meinen Sie?“

Ich bin baff...

Am nächsten Tag im Bus nach San Gil (nördlich von Bogota) tippt mich eine Frau von hinten an während der Fahrt und macht mich auf eine Statue auf der anderen Straßenseite aufmerksam. Die hätte ich sonst nicht gesehen. Dabei sagt sie mir auch noch gleich wer das ist – natürlich Bolivar – muss gestehen der Herr war mir vorher nur aus ganz fernen Erinnerungen bekannt – aber nun hab ich aufgeholt, er ist der Nationalheld, der die Spanischen Kolonien von Südamerika in die Unabhängigkeit führte (Ganz kurz gesagt – hier gibt’s an jeder Ecke einen Park, eine Statue, eine Straße, ein Café in seinem Gedenken.
Ein bisschen spät, denn der Arme starb in seiner Zeit trotz all des Heldenruhms vereinsamt und krank.
Aber na ja, echten Helden werden erst nach dem Tod erkannt....

Noch etwas vom Bus...
Ich schlief am Anfang ein wenig, die Sitze waren besser als in jedem Flugzeug... als ich aufwache und aus dem Fenster schaue ist mein erster Gedanke: „Ich dachte ich bin in in Kolumbien, nicht in Österreich oder der Schweiz. In den nördlichen Kordillieren, die wir gerade durchqueren tummeln sich auf grünen saftigen Wiesen schwarz-weiß gefleckte Riesenkühe Eine perfekte Almszene.
Sie erinnern mich an die Zeit in der Ali in Österreich war. Er stand ehrfürchtig vor Kühen und sagte: „Wow, das sind ja Elefanten!“
Die Pakistanischen Kühe sind ein bisschen kleiner. Aber hier in Kolumbien sind sie echt riesig. Genau so wie alles andere. Riesenmais, Riesenhuehner, Riesenbäume, Riesengras... Ich red mir nun mal ein dass das vom günstigen, regenreichen Klima kommt, nicht von Genfutter..
Die Leute selbst sind eher zierlich....

Wenig später hat der Superbus eine Panne – Kabelbrand. Naja, doch nicht so anders als in Pakistan – weit gefehlt. Ich glaub ich träume immer noch als die Burschen plötzlich hinter dem Bus eine Absperrung bauen, damit uns nicht der nächste rammt. Sowas hab ich schon lang nicht gesehen. Zwar kein Warndreieck, aber ein paar große Zweige und Kanister...

Flink machen sie sich auch ans herrichten und nach kurzer Zeit erscheint ein kleiner Bus der selben Firma und nimmt den Fahrer mit ins nächste Dorf, um Ersatzteile zu kaufen...

Ich bin schon wieder baff... Nach kurzer Zeit und ein paar Fotos von einem Regenbogen, der am Horizont aufgetaucht ist, kommen sie zurück samt Elektriker. Im Handumdrehen ist es fertig, wir fahren ins Dorf, lassen noch mal nach-checken – die Bremsleitung ist noch leicht undicht... Babe verkürzt uns die Wartezeit. Ein kleines suesses Ferkel spielt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ganz herzig mit einem Welpen...

Wir kommen dann ein bisschen später als geplant nach San Gil und fahren doch nicht mehr weiter in ein kleineres Dorf wie geplant, sondern bleiben in der Herberge in San Gil, die uns in Bogota empfohlen wurde.

Das Taxi keucht auf den Hügel hinauf, die Straßen können hier nur so steil gebaut werden, weil es bestimmt nie schneit oder vereist. Als wir die Herberge betreten bin ich schon wieder überrascht.. klein, fein, ein halboffener Innenraum mit gemütlichen Sitzbänken, Hängematten, Computern und vielen anderen Backpackern. Es ist alles durch organisiert und trotzdem gemütlich, genauso sollte es sein.

Hervorragend....

Der Besitzer ist nicht Kolumbianer aber schon 6 Jahre hier und voll von Info. Perfekt. Er will uns auch gleich ein paar Aktivitäten aufhalsen... San Gil ist von einer kleinen verschlafenen Stadt (ca. 30000 EW) zum Sportzentrum gemausert. Wir denken gleich an suend teure Touristenfallen, aber siehe da, die Preisliste lest sich mit Vergnügen Wir entscheiden uns für Abseilen im Wasserfall... Ich wollt das schon immer mal machen... angeblich kann man im Becken unter dem Wasserfall auch baden... mein Traum...

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